Ich hatte überhaupt keine Mühe in dieses Buch hinein zu kommen, denn es liest sich wunderbar leicht, ohne Schnörkel oder gar Fachchinesisch. Klar Nachrichten verfolgen, und Interesse am aktuellen Zeitgeschehen sollte man schon mit sich bringen, doch das versteht sich bei dieser Buchauswahl von selbst.
Der Held, oder sollte ich besser sagen der Antiheld „Zia“, lebt in Indien, Bombay, und wächst als zweit geborener Sohn in einer lasch gläubigen muslimischen Familie auf. Sein älterer Bruder „Amanat“, der arg an Asthma leidet, entzieht dem jüngeren Bruder die elterliche Aufmerksam, und so wird er von seiner Tante erzogen. Diese Tante praktiziert allerdings einen strengeren Islam, sie möchte auch, dass Zia ein gläubiger Muslim wird.
Um sein Zurückversetztsein, und um sich überhaupt zu behaupten, ob bei seinen Eltern oder auch bei Gott, flüchtet sich der Protagonist in seine Religion und fastet oder geißelt sich fast zu Tode. Aber es kommt noch schlimmer, Zia redet sich ein der Auserwählte zu sein was ihn zum Fanatiker macht, und seine Umgebung in Angst und Schrecken versetzt. Er startet einen Kreuzzug-Gottes …
Das Buch ist in drei Teile eingeteilt, wobei der Übergang vom ersten in den zweiten Teil einen doch gewaltigen Riss in der Handlung sowie auch bei den Figuren darstellt. Kann man im ersten Teil das Menschliche und die Gefühle noch stark nachvollziehen, der Autor transportiert ganz klar warum Zia zu diesem Extremist mutiert; verlieren dann die Figuren an Natürlichkeit. Sie werden zum Träger von Glaubensrichtungen. Amanat der Freidenker und Zia der Fundamentalist, ihre Kommunikation ist extrem kontrovers, unterschiedlicher können Brüder nicht sein.
Der letzte Abschnitt mengt sich dann schleichend in die Handlung, denn schon längst hat der Antiheld seinen Glauben gewechselt; er braucht jetzt nur noch einen Tantra-Guru um sein Werk Gottes in die Welt zu katapultieren. Wobei ich einige Parallelen zu Irvings „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ gefunden habe, allerdings als Parodie.
Der Roman liefert ein großes Spektrum an aktuellen Themen, und geht dabei sehr tief in die menschliche Psyche hinein. Er beschäftigt sich mit den großen Problemen der Globalisierung: Glaube, Gott, Verrat und Terror, dennoch ist es mit viel Witz und Ironie geschrieben. Insgesamt eine gute Mischung aus Fingerzeig und Leichtigkeit.
Ich denke, dieses Werk ist ein gutes Weihnachtsgeschenk, auf jedem Fall eine Empfehlung!
Ich hatte überhaupt keine Mühe in dieses Buch hinein zu kommen, denn es liest sich wunderbar leicht, ohne Schnörkel oder gar Fachchinesisch. Klar Nachrichten verfolgen, und Interesse am aktuellen Zeitgeschehen sollte man schon mit sich bringen, doch das versteht sich bei dieser Buchauswahl von selbst.
Der Held, oder sollte ich besser sagen der Antiheld „Zia“, lebt in Indien, Bombay, und wächst als zweit geborener Sohn in einer lasch gläubigen muslimischen Familie auf. Sein älterer Bruder „Amanat“, der arg an Asthma leidet, entzieht dem jüngeren Bruder die elterliche Aufmerksam, und so wird er von seiner Tante erzogen. Diese Tante praktiziert allerdings einen strengeren Islam, sie möchte auch, dass Zia ein gläubiger Muslim wird.
Um sein Zurückversetztsein, und um sich überhaupt zu behaupten, ob bei seinen Eltern oder auch bei Gott, flüchtet sich der Protagonist in seine Religion und fastet oder geißelt sich fast zu Tode. Aber es kommt noch schlimmer, Zia redet sich ein der Auserwählte zu sein was ihn zum Fanatiker macht, und seine Umgebung in Angst und Schrecken versetzt. Er startet einen Kreuzzug-Gottes …
Das Buch ist in drei Teile eingeteilt, wobei der Übergang vom ersten in den zweiten Teil einen doch gewaltigen Riss in der Handlung sowie auch bei den Figuren darstellt. Kann man im ersten Teil das Menschliche und die Gefühle noch stark nachvollziehen, der Autor transportiert ganz klar warum Zia zu diesem Extremist mutiert; verlieren dann die Figuren an Natürlichkeit. Sie werden zum Träger von Glaubensrichtungen. Amanat der Freidenker und Zia der Fundamentalist, ihre Kommunikation ist extrem kontrovers, unterschiedlicher können Brüder nicht sein.
Der letzte Abschnitt mengt sich dann schleichend in die Handlung, denn schon längst hat der Antiheld seinen Glauben gewechselt; er braucht jetzt nur noch einen Tantra-Guru um sein Werk Gottes in die Welt zu katapultieren. Wobei ich einige Parallelen zu Irvings „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ gefunden habe, allerdings als Parodie.
Der Roman liefert ein großes Spektrum an aktuellen Themen, und geht dabei sehr tief in die menschliche Psyche hinein. Er beschäftigt sich mit den großen Problemen der Globalisierung: Glaube, Gott, Verrat und Terror, dennoch ist es mit viel Witz und Ironie geschrieben. Insgesamt eine gute Mischung aus Fingerzeig und Leichtigkeit.
Ich denke, dieses Werk ist ein gutes Weihnachtsgeschenk, auf jedem Fall eine Empfehlung!
Kommentar von Krümel — 9.1.2011 @ 13:19